Autos verstecken Menschen - Velo City 2010

geschrieben von phil | 6 Jul, 2010
Nun bin ich schon über eine Woche aus Kopenhagen zurück und habe die Velo City 2010 etwas verarbeiten können. Die Konferenz war für mich in allen Bereichen enorm wichtig. Natürlich habe ich viele wichtige geschäftliche Kontakte knüpfen können. Geblieben sind aber auch viele Aussagen von Leuten die viel zur besseren Position des Velos in unserem Umfeld beigetragen haben. Einige Beiträge haben bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Die Essenz des Gelernten möchte ich in zwei Punkten zusammenfassen: 

1) Autos verstecken Menschen
Wer in Kopenhagen mit dem Velo unterwegs ist hat keine Mühe sofort zu verstehen was das heisst. Wenn viele Velos unterwegs sind entstehen persönliche Kontakte. Eine Stadt wo viele Menschen sichtbar unterwegs sind fühlt sich sicherer an und gewinnt dadurch spürbar an Lebensqualität. Während sich in Kopenhagen Velos vor der Ampel einreihen und man sich auch mal kurz beim Warten unterhält, stehen die Autos unpersönlich hintereinander. Wer mit dem Velo fährt wird wahrgenommen und weiss das auch. In einer solchen Kultur wird es auch immer selbstverständlicher, dass auch Geschäftsleute im Anzug, Damen mit Designerkleidern und ältere Menschen mit dem Velo unterwegs sind. 

2) Veloförderung ist auch eine Frage des Respekts
In der Städte - Mobilität  geht es um die Beförderung von Menschen. Das gewählte Fortbewegungsmittel ist nur eine Folge dieses Grundbedürfnisses. Eigentlich logisch: Eine Person die mit einem 500 Franken Velo unterwegs ist, muss gleich viel Wert sein wie eine Person in einem 50'000 Franken Auto. Wieso also nicht die Grüne Welle für Velos ausrichten statt für Autos? Warum nicht konsequent mehr Platz für Velos schaffen? Mit der klaren Botschaft des Respekts: Du bist zu Fuss oder auf einem Velo gleich bedeutend wie in Deinem Auto. 

Velo City 2010 Parade durch Kopenhagen

geschrieben von phil | 28 Jun, 2010

Ich habe eine sehr eindrückliche Woche in Kopenhagen hinter mir. Ich hoffe, dass ich bald dazu kommen meine Eindrücke von der Velo City 2010 Konferenz auch im Blog zu verarbeiten und ein wenig daraus an Interessierte weitergeben zu können. Als ersten Vorgeschmack habe ich ich kurzes Video von der Parade am letzten Donnerstag auf Youtube hochgeladen. Lautstärke unbedingt aufdrehen!

Velo City Global 2010 Kopenhagen Kongress

geschrieben von phil | 10 Jun, 2010

Vom 22. bis am 25. Juni findet in Kopenhagen der erste globale Velo-city Kongress statt mit Teilnehmern aus der ganzen Welt. Mehr als 80 Präsentationen zum Thema Velo sollen für Inspiration sorgen. Angesprochen sind Veloverantwortliche von Städten, Firmen und Velo-Organisationen. Aber auch von der Veloindustrie sind einige Vertreter anwesend. Es wird sicher äusserst spannend zu sehen was velobegeisterte Persönlichkeiten aus Afrika, Asien, Amerika und Europa gemeinsam haben und wo die grossen Unterschiede sind. Sicher ist, dass alle voneinander lernen können und gemeinsam viel für das Velo als Fortbewegungsmittel tun können! 

Es gibt sogar ein Video dazu: 

Ich selber fahre auch hin. Zusammen mit Nick Lobnitz werde ich das Paper Bicycle an der Messe vorstellen und aktiv an möglichst vielen Foren teilnehmen. Genial ist natürlich, dass der Anlass in Kopenhagen stattfindet. Dort ist das Velo überall präsent und die Dänen leben uns vor, was man mit dem Velo alles bewegen kann!

Sehr sympatisch ist die Tatsache, dass alle Teilnehmer des Kongresses die Möglichkeit haben, privat bei Einwohnern von Kopenhagen zu übernachten. Dieses Angebot wurde spontan von einer Künstlergruppe für den Klimagipfel lanciert und wird nun für die Velo City 2010 wieder in's Leben gerufen. Ich selber habe dadurch die Möglichkeit bei einem sehr sympatischen IT Consultant mitten in Kopenhagen leben zu dürfen. Das wird sicher viel spannender als ein Hotelzimmer! 

Ab auf's Velo! So geht's echt nicht weiter.

geschrieben von phil | 31 Mai, 2010

Ich bin nicht gerne Moralprediger; es gibt genug andere Gründe zum Velofahren. Das Velo habe ich seit meiner Jugend (wow, jetzt tön ich alt!) vorallem als technisch faszinierendes Fortbewegungsmittel und Sportgerät gesehen. Velotouren brachten mir viel erlebte Freiheit. Pässefahrten und Downhill-Rennen einen unvergleichlichen Adrenalinschub. Dem Rennvelo verdankte ich eine gewisse Fitness und meine Wädli auf welche ich früher doch recht stolz war. Meine selbst lackierten Velos haben den Mädchen immer besser gefallen als frisierte Töffli. Dann später habe ich meinen Lebensunterhalt in der Velobranche verdient. Zuerst war's wohl einfach cool, dann wurde mit simpel.ch das Thema Velo im Alltag immer wichtiger. Eine Zeit lang habe ich komplett ohne Auto gelebt; in einem Dorf ohne ÖV am Wochenende. Je länger ich mit Velos arbeite, desto wichtiger wird es mir einen aktiven Beitrag zu einer nachhaltigeren Mobilität zu leisten. Darum faszinieren mich auch die entstehenden Leihvelo Systeme enorm. Es gibt unzählige vielversprechende Entwicklungen die sehr viel verändern könnten. Und höchste Zeit dafür wäre es schon lange. 

Wenn ich die News zu der unglaublichen Ölpest im Golf von Mexiko sehe spühre ich eine ziemliche Ohnmacht. Plötzlich steht BP für "Bad People". Hat man früher nicht auch eine Zeit lang Shell boykottiert? Steht hinter dem Golfkrieg nicht auch das böse Öl? Wer sind denn die die echten bad people?

Ich fühle mich schlecht wenn ich den Tank unseres Geschäftsautos auffülle. Aber das ist nicht alles. Ich fühle mich als Teil der bad people wenn ich eine exotische Frucht esse die wohl mit Luftfracht hierher gebracht wurde. Ich fühle mich mies, wenn ich dran denke wie viel Kohlendioxid mein letzter Geschäftsflug nach Asien wohl in die Atmosphäre geblasen hat. Ich rechtfertige es weil ich ja wenigstens dafür mehr Velos in Umlauf bringe; aber die Konkurrenz fliegt ja auch, muss jeder da hin? Für was gibt's das Internet und Skype und all das?

Und dann sehe ich noch dieses Bild: 

Ölpest

Zum kotzen. Da gibt's nur eines. Frische Luft; ab auf's Velo. Heute. Morgen. Übermorgen, einfach viel mehr als jeh zuvor.

Singletrailer Einradanhänger und Rennvelo

geschrieben von phil | 31 Mai, 2010

Am letzten Samstag habe ich zum ersten Mal den Singletrailer 1-Platz Kinderanhänger an mein Rennvelo gebaut und bin damit um den Zugersee gefahren. Meine bald 2-jährige Tochter macht noch einen Mittagsschlaf; also bin ich kurz nach dem Mittagessen losgefahren und sie hat gut 1 1/2 Stunden prima geschlafen während ich mein Training hatte. 

Da der Singletrailer sehr schmal ist und nur ein Rad hat, nimmt man seitlich nicht mehr Platz ein als ein normales Velo. Trotzdem wird man grosszügiger überholt und ich habe mich sehr sicher gefühlt damit. Der Rollwiderstand war relativ gering und meine typische Durchschnittsgeschwindigkeit ist vielleicht um ca. 1.5 km/h zurückgefallen, was mich eigentlich recht erstaunt hat. 

Dass ein Rennvelo mit Kinderanhänger eher ungewöhnlich ist habe ich schnell gemerkt. Die Leute schauen genau hin. Ein paar Rennvelofahrer nutzten den Windschatten des Singletrailer nachdem ich Sie überholt hatte. Eine junge Mutter rief mir sogar ein "hey cool" vom Trottoir her zu. Meine Tochter fand's auch super und wollte kaum aussteigen. Durch die höhere Geschwindigkeit auf dem Rennvelo war natürlich auch für sie mehr los! War sicher nicht das letzte Mal, dass ich so unterwegs gewesen bin. 

nihola Familien Transportvelos probefahren!

geschrieben von phil | 27 Mai, 2010

Ab sofort steht in Mettmenstetten, Zürich, Bern und Genf je ein nihola Familen Transportvelo für ausgedehnte Probefahrten zur Verfügung! Die Infos zu den einzelnen Standorten sind hier zusammengefasst. Dieses Angebot ist dank einer Zusammenarbeit mit Züri rollt, Bern rollt und Genève roule möglich.

Ich hoffe, dass möglichst viele Familen dieses Angebot auch nutzen und diese niholas in den Städten bald öfter gesehen werden!

Nihola Familen Transportvelo

Trondheim Oslo mit dem Tourenvelo!

geschrieben von phil | 19 Mai, 2010

Diese Woche habe ich eine tolle Referenz zum simpel.ch frischluft tour Tourenvelo mit dem Gates Carbon Drive Antrieb erhalten:

"5.000 km sind schon drauf (der Winter war lang) – absolut ohne Wartung, putzen, schmieren und ‚Kettenblatt gezeichnete‘ Beine. Was für ein Fortschritt! Na endlich, es würde Zeit. Weg vom schmutziges Schaltwerk, ich fahre lieber Rad als drum zu putzen und nach zu stellen! Das Rad ist tatsächlich wie man so sagt : es lauft und lauft und lauft und...
Mein Trek Carbon Madone 7.1 Dura-Ace steht seitdem verstaubt im Keller ... der Frischluft Tour macht viel mehr Freude !
Hierbei ein Foto von einen Rundfahrt rundum die Genfer See – Spass pur!

Diese Referenz stammt von Pétrus Dreesen der auch schon Paris - Peking mit dem Fahrrad gefahren ist! Er plant sogar die Teilnahme am Trondheim - Olso Rennen ( 540km Radmarathon ) mit dem frischluft sport im Juni! Ich wünsche ihm auf jeden Fall viel Erfolg!

Ein paar Bilder seiner Velotouren rund um Genf: 

Ich selber werde wohl über Pfingsten auch ein paar Kilometer mit dem frischluft tour zurücklegen. Aber sicher nicht ganz so sportlich wie Pétrus Dreesen! 

NuVinci N360 Testbericht - Die Evolution der stufenlosen Schaltung

geschrieben von phil | 15 Mai, 2010

Wer meinen Blog schon länger kennt weiss, dass mich die stufenlos schaltbare NuVinci Nabenschaltung schon immer fasziniert hat. Das hat auch dazu geführt, dass simpel.ch als erste Schweizer Velomarke die NuVinci Nabe angeboten hat. International waren wir einer von fünf "Launching Partners". 

Die erste Nabe war satte 4.2 kg schwer und von der Grösse her ein echtes Monster. Die externe Schaltbox und der etwas lange Schaltweg waren kleine Nachteile die viele Kunden für diese neue Art des Schaltens gerne in Kauf genommen haben. Zuverlässigkeit und Funktion waren seit der ersten Nabe immer tadellos und das Kundenfeedback dadurch sehr gut. 

Mit einer Überarbeitung der Nabe konnten in 2009 gut 500 Gramm eingespart werden und das Gehäuse wurde etwas kompakter. Ein wichtiger Schritt aber keine Revolution. 

Bereits vor einem Jahr habe ich aber von einer neuen Nabe gehört die bedeutend leichter werden soll und unter Last sogar besser schalte als im Stand. Entsprechend gespannt war ich auf das endgültige Resultat, welches ich an der Eurobike 2009 auf einem Hinterplatz das erste mal fahren durfte. 

Die neue NuVinci N360 Nabe erfüllt alle meine Erwartungen und hat sie in gewissen Bereichen sogar übertroffen! Nachdem wir nun seit gut zwei Monaten einen Prototypen der Nabe testen durften hat sich meine Begeisterung sogar nochmals verstärkt.

NuVinci N360 Nabenschaltung NuVinci N360 Nabenschaltung NuVinci N360 Nabenschaltung

NuVinci N360 Nabenschaltung NuVinci N360 Nabenschaltung

Hier die Fakten: 

  • 40% leichter als das 2009-er Modell (2.3kg, vorallem dank 6 statt 8 Kugeln im Innern)
  • Schaltet unter Last
  • 360% Übersetzungverhältnis (vorher 350%)
  • 1/3 kleiner im Volumen
  • Interne Schaltansteuerung (immer noch mit zwei Zügen wie bei Rohloff, was wartungsfreundlicher ist als einer)
  • Nur noch die Hälfte des Schaltweges
  • Überarbeiteter, etwas breiterer Schaltgrif
Weitere Infos und ein Produkteblatt gibt's hier.

Meine Eindrücke beim Fahren:
Als erstes fällt auf, dass sich die Nabe leichter als früher schaltet und dies mit der hälfte des Schaltweges. Dank einem ausgeklügelten Mechanismus schaltet das Getriebe im kleinen Übersetzungsbereich unter Last mit spürbar weniger Widerstannd. Faszinierend! Mit welcher Schaltung kann man sonst voll in die Pedalen treten und mit einem leichen Dreh, ohne unterbruch des Kraftflusses schalten? Das gibt's sonst nicht. Der Antritt fühlt sich satt und direkt an. Das reduzierte Gewicht der Nabe macht das Fahrrad weniger "hecklastig"; die kleinere Grösse unterstreicht diesen Eindruck auch visuell. Der verkürzte Schaltweg sorgt dafür, dass man schneller schalten kann und verleitet am Anfang fast zum "Dauerschalten", einfach weil's Spass macht. Wenn man sich aber mal an die neue Schaltweise gewohnt hat findet man bei jeder Veränderung der Steigung routiniert die perfekte Übersetzung. 

Der Freilauf  ist neu in die Nabe integriert und nicht mehr extern auf dem Ritzel. Er macht einen sehr hochwertigen Eindruck und soll erst nach 20'000km einen Service benötigen. Das Getriebe selber kann / muss nicht gewartet werden und ist komplett abgeschlossen. Ein eigentlicher Verschleiss soll nicht auftreten.

Der einzige negative Punkt ist die Tatsache, dass der Schaltbereicht im Stillstand nicht komplett durchgeschaltet werden kann. In der Mitte des Schaltweges ist im Stillstand ein Widerstand der nur beim Treten verschwindet. Das ist am Anfang etwas verwirrend, wird in der Praxis aber wohl nie ein echtes Problem darstellen. 

Mein Fazit:
Abgesehen vom Preis und dem noch noch etwas reduzierten Angebot an Velos auf dem Markt gibt es meiner Meinung nach kaum einen Grund einer Shimano Nexus 8-Gang Nabe den Vorzug zu geben! 

Bei simpel.ch erhalten wir Ende Juni die ersten NuVinci N360 Naben und beginnen im Juli mit der Auslieferung des wegwärts NuVinci Modells. Weitere Modelle werden vermutlich bald folgen! 

Nabe im Velo

Erstes Leihsystem mit Elektrovelos in der Schweiz

geschrieben von phil | 14 Apr, 2010

Gestern wurde in Fribourg das erste elektronische Leihsystem mit Elektrovelos eingeweiht. Das neue System von velopass kombiniert die klassischen Paper Bikes mit einer Elektrovelo-Variante. Geladen werden die Velos durch die Terminals welche auch für die elektronische Herausgabe der Velos mittels einer RFID Karte zuständig sind.

Das Medienfeedback ist enorm, gestern wurde auf TSR in der Tagesschau am Mittag live nach Fribourg geschaltet und auch in der Hauptausgabe wurde ausführlich über das neue System berichtet. In La Liberte erschien folgende Karikatur: 

Einmal mehr ist es schön zu sehen, wie das Design des Paper Bikes einen Mehrwert für ein solches System bringt. Die Fahrräder geben dem System durch Ihr eigenständiges Design ein klares Gesicht und haben einen hohen Wiedererkennungs-Effekt. 

Der Beitrag auf TSR

Ab Ende April wird in Yverdon les Bains das nächste velopass System eröffnet. Weitere Projekte sind in Planung. Spannend! 

Transalpes Carbon Rennvelo mit neuer Shimano Ultegra

geschrieben von phil | 7 Apr, 2010

Pünktlich auf die Saison Eröffnung bei Transalpes sind die neuen Carbon Rennvelos "Col des Mosses" nun verfügbar. Mit einem sehr steiffen Carbon Rahmen und trotzdem nur 7.2 kg Gewicht ist der Einführungspreis von CHF 3980.00 ganz schön attraktiv. Ich selber habe bereits eines reserviert und hoffe bald damit durch die Gegend ( und vorallem um den Zugersee ) flitzen zu können! Öh..  ätsch!

Transalpes Col des Mosses Rennvelo

Alle Infos bei Transalpes!  Probefahrten sind, wie bei Transalpes üblich, jederzeit unverbindlich möglich!

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