Mit dem Velo auf Europa- Tour für Äthiopien

geschrieben von phil | 2 Feb, 2008

Gestern war ich mal wieder in Zürich. Dass man vorallem im Hauptbahnhof interessante Leute sieht ist eine Tatsache. Aber als ich Girmay in der Menschenmenge entdeckte habe ich zwei mal hinschauen müssen! Was schiebt der Typ da neben sich hin? Was für ein Velo soll das denn sein? Ich bin mich gewohnt mit meinen Velos etwas aufzufallen ( dieses Mal hatte ich ein Bike Friday Tikit Faltrad dabei ), aber bei Girmay und seinem Velo drehen sich alle Köpfe.

Ich kann nicht anders und hole Girmay ein und spreche ihn an. Was treibt ihn nach Zürich? Was macht er mit diesem Velo?

Girmay mit dem Velo durch Europa

Mit perfektem English erklärt er mir, dass er auf einer Europa Tournee zur "Förderung des Bekanntheitsgrades von Äthiopien und der Velo Förderung in diesem Land" unterwegs ist. Eigentlich habe er mit einem Journalisten vom Blick hier abgemacht um seine Geschichte zu erzählen. Stolz kramt er einen Zeitungsausschnitt vom Baslerstab hervor. 

"3370 Kilometer hat Girmay Mesfin (29) bereits zurückgelegt. Jetzt erzählt er in Basel von seinem Land. Äthiopien – ein Land des Hungers und der Bürgerkriege.Solche Vorurteile haben das Feuer in Girmay Mesfin entfacht. Der Äthiopier hat beschlossen, dem Rest der Welt sein Land zu zeigen, «das wahre Äthiopien». Das war vor vier Jahren. Jetzt radelt er durch Europa. Vor sechs Monaten startete Mesfin in Paris und landete nach Brüssel, Amsterdam, Mannheim, Berlin und Mulhouse nun in Basel. Girmay Mesfins Reise findet zu einem besonderen Zeitpunkt statt: Am 12. September war – laut einem der vielen verschiedenen Kalender – das afrikanische Millennium. Kaffee und «Lucy» Sein Publikumfindet sich von allein: Girmay Mesfin fällt auf, sein buntes Velo spricht für sich. An den Rädern prangen einige Gesichter der rund 80 verschiedenen äthiopischen Ethnien, am Rahmen hat Mesfin Bilder der acht Weltkulturgüter Äthiopiens angebracht.Die Leute halten ihn an und wollen wissen, was es damit auf sich hat. Die Antwort ist ausführlich: «Es gibt so viel zu erzählen », sagt GirmayMesfin. Etwa, dass Äthiopien das Ursprungsland des Kaffees ist, als eines der nichtkolonialisierten Länder seine Traditionen bis heute bewahrt hat oder viele einzigartigeTiere hat.

Nicht zuletzt sei Äthiopien die Wiege des Lebens: Forscher entdeckten dort 1974 «Lucy», das wohl älteste Menschenskelett.Der Äthiopier ist voller Tatendrang. Sein nächstes Projekt soll ein Buch sein. Der Titel: «Meine weissen Freunde». Denn überall sei er mit offenen Armen empfangen worden. Auch in Basel fand er sofort Unterschlupf bei einer Familie. Zuerst geht aber seine Veloreise weiter: nach Italien, Spanien, Kanada, die USA und Japan."

Da Girmay noch einen Veloanhänger braucht biete ich Ihm an in Maschwanden vorbeizukommen. Er kann meinen gebrauchten BOB Yak Anhänger haben. Bis jetzt ist Girmay noch nicht hier vorbeigekommen, aber wenn er hier auftaucht folgt Teil 2 dieses Eintrags! Auf incredible-ethiopia.com sind weitere Infos zu Girmay und seinem Projekt zu finden. 


Artikel kommentieren
 authimage