PostAuto und SBB lancieren ein nationales Velo Verleihsystem

geschrieben von phil | 28 Mär, 2011

Die folgende Medienmitteilung wird gerade verbreitet:


PostAuto baut gemeinsam mit der SBB und dem Velovermieter «Rent a Bike» ein nationales System zur Selbstausleihe von Velos und eBikes auf. Erste Stationen werden ab Frühsommer 2011 an vorerst rund 20 SBB-Bahnhöfen aufgebaut. Damit machen die Partner einen wichtigen Schritt zur Erschliessung der «letzten Meile» in der Mobilitätskette und steigern den Wert des ÖV-Angebotes in der Schweiz.

PostAuto, die SBB und der grösste Velovermieter in der Schweiz, Rent a Bike, bauen ab diesen Frühsommer das erste nationale BikeSharing-Netz in der Schweiz auf. An vorerst rund 20 SBB-Bahnhöfen stellen die Partner Mietstationen für herkömmliche Velos und eBikes (Elektrovelos) zur Verfügung. An allen BikeSharing-Stationen stehen die Velos rund um die Uhr in Selbstbedienung zur Verfügung. Die Kunden erhalten dank dem nationalen Systemansatz zu allen Velos an allen Standorten Zugang. Mit den eBikes können auch weitere Distanzen bequem und ohne Anstrengung zurückgelegt werden. Aufgeladen werden die eBikes direkt in der Halterung. Dadurch ist die Ausleihe und Rückgabe genauso bequem und einfach wie bei einem konventionellen Velo.

Kombinierte Mobilität in der Schweiz ausbauen

Die drei Partner engagieren sich mit diesem neuen Angebot für die kombinierte und nachhaltige Mobilität. BikeSharing ist die ideale Ergänzung zu privaten und öffentlichen Verkehrsmitteln im Kurzstreckenbereich, entschärft die Verkehrsbelastung in den Innenstädten und fördert die Gesundheit der Nutzer. Die Mobilitätskette wird erweitert und individueller gestaltbar. Die Projektpartner setzen damit ein deutliches Zeichen für den Langsamverkehr. Sie sehen vor, das System auch interessierten Städten, Tourismusdestinationen und Firmen anzubieten.

Internationale Vorbilder

International haben in den letzten Jahren diverse Städte, wie zum Beispiel Paris, London, Montreal, Hamburg und Mailand Projekte für selbstbedientes Bikesharing umgesetzt. In der Schweiz existieren bisher nur vereinzelt entsprechende Angebote. Es fehlt ein einheitliches Zugangssystem, das es den Nutzern ermöglicht, schweizweit bequem Velos in Selbstbedienung zu mieten.


Mit diesem Schritt hat die Schweiz die einzigartige Möglichkeit ein nationales System für den Velo Verleih zu erhalten. Ich bin gespannt wie es weitergeht!

Velobility - public cycling solutions

geschrieben von phil | 27 Mär, 2011

Mein letzter Post ist nun schon eine Weile her. In der Regel heisst das nicht, dass ich einfach untätig war. Eher das Gegenteil!

Im letzten halben Jahr ist so viel passiert, dass ich gar nicht mehr wusste was ich schreiben soll. Meine Begeisterung für Leihvelos, insbesondere das Paper Bicycle, hat einiges bewegt. Zusammen mit Michel Juhasz, einem guten Freund und Geschäftspartner bei der Trail Supply AG, habe ich die Velobility AG gegründet. Diese Firma übernimmt den Bereich der Leihvelos aus der Simpel GmbH und weitet Ihre Tätigkeit auf internationaler Ebene aus. Wir haben uns zum klaren Ziel gesetzt, das Paper Bicycle in Europa als eines der führenden "Multi User Bikes" zu etablieren. Das Paper Bicycle kommt bereits in diversen Leihvelo Systemen zum Einsatz und wird bei uns ständig weiter entwickelt.

An der Velo City Konferenz 2011 haben wir unseren Prototypen für die Elektrovelo Variante des Paper Bicycle gezeigt. Das Feedback war überwältigend und wir hoffen, damit weitere Akzente in diesem Markt setzen zu können.

Prototyp Paper Bicycle Pedelec / Elektrovelo

Der Auftritt an der Velo City in Sevilla von letzer Woche war der erste öffentliche Auftritt der Velobility AG. Mit über 900 Velo Experten aus knapp 50 Ländern eine tolle Konferenz! Pünktlich zur Velo City haben wir auch unsere neue Website aufgeschaltet. Diese kommt in Form eines Blogs und wird über alle relevanten Entwicklungen berichten. Ich würde mich freuen, wenn meine Leser auch diesen Blog besuchen und wenn möglich auch ein wenig bekannt machen, verlinken und kommentieren!

Velobility - public cycling solutions Blog

Oh, und ich hoffe, dass ich in ein paar Tagen hier tolle News publizieren darf!

Autos verstecken Menschen - Velo City 2010

geschrieben von phil | 6 Jul, 2010
Nun bin ich schon über eine Woche aus Kopenhagen zurück und habe die Velo City 2010 etwas verarbeiten können. Die Konferenz war für mich in allen Bereichen enorm wichtig. Natürlich habe ich viele wichtige geschäftliche Kontakte knüpfen können. Geblieben sind aber auch viele Aussagen von Leuten die viel zur besseren Position des Velos in unserem Umfeld beigetragen haben. Einige Beiträge haben bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Die Essenz des Gelernten möchte ich in zwei Punkten zusammenfassen: 

1) Autos verstecken Menschen
Wer in Kopenhagen mit dem Velo unterwegs ist hat keine Mühe sofort zu verstehen was das heisst. Wenn viele Velos unterwegs sind entstehen persönliche Kontakte. Eine Stadt wo viele Menschen sichtbar unterwegs sind fühlt sich sicherer an und gewinnt dadurch spürbar an Lebensqualität. Während sich in Kopenhagen Velos vor der Ampel einreihen und man sich auch mal kurz beim Warten unterhält, stehen die Autos unpersönlich hintereinander. Wer mit dem Velo fährt wird wahrgenommen und weiss das auch. In einer solchen Kultur wird es auch immer selbstverständlicher, dass auch Geschäftsleute im Anzug, Damen mit Designerkleidern und ältere Menschen mit dem Velo unterwegs sind. 

2) Veloförderung ist auch eine Frage des Respekts
In der Städte - Mobilität  geht es um die Beförderung von Menschen. Das gewählte Fortbewegungsmittel ist nur eine Folge dieses Grundbedürfnisses. Eigentlich logisch: Eine Person die mit einem 500 Franken Velo unterwegs ist, muss gleich viel Wert sein wie eine Person in einem 50'000 Franken Auto. Wieso also nicht die Grüne Welle für Velos ausrichten statt für Autos? Warum nicht konsequent mehr Platz für Velos schaffen? Mit der klaren Botschaft des Respekts: Du bist zu Fuss oder auf einem Velo gleich bedeutend wie in Deinem Auto. 

Bern rollt mit Paper Bikes ab 2010

geschrieben von phil | 12 Mär, 2010

Ab diesem Frühling rollen in Bern und Thun neue Gratis Leihvelos durch die Stadt. Es handelt sich dabei um diese Paper Bikes die wir im Moment für Bern Rollt bauen dürfen: 

Paper Bike in Bern vor Bundeshaus

Der im Rahmen integrierte Kettenschutz wurde hier sehr hübsch als "Kommunikationsfläche" verwendet. Bern Rollt wird von der Stadt Bern und von Sponsoren finanziert. Das eigenwillige Design des Paper Bikes ist ein grosser Vorteil für Sponsoren, weil die Velos so sicher stärker wahrgenommen werden. Auch das Fahrgefühl spricht für sich. Wer also die Gelegenheit hat in Bern ein Velo zu testen, der sollte das unbedingt ( und kostenlos ) tun! 

Es bleibt zu hoffen, dass sich auch unsere Politiker mal ein solches Leihvelo schnappen. Ein wenig frische Luft würde wohl so einigen gut tun. 

Wer verdient was am Velo und warum?

geschrieben von phil | 3 Mär, 2010

Hmm, es könnte sein, dass ich mit diesem Beitrag ein etwas heikles Thema anschneide und nicht gerade alle daran Freude haben werden. Aber here goes.. ich bin gespannt auf Feedback!

Mehr als die Hälfte meines Lebens bin ich nun in der Velobranche. In diesen bald 20 Jahren habe ich praktisch jede Seite dieser spannende Branche gesehen. Zuerst als Lehrling bei einem Velohändler. Dann als Velokurier und CC - und Downhillfahrer. Dann Sachbearbeiter und später technischer Leiter bei Trek. Dann Unternehmer mit eigenwilligem Vertriebsweg.

In dieser Zeitspanne habe ich die Werstschöpfungskette der Velobranche sehr genau kennengelernt. Aus Sicht des Konsumenten, des Velohändlers, des Grosskonzerns und des Kleinunternehmers.

Mit meinem stark ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und einem grossen Interesse an verdeckten Zusammenhängen habe ich mich schon immer intensiv damit auseinandergesetzt wer mit was wie viel verdient. Mir wurde auch schnell klar, dass die Unterschiede von Land zu Land enorm sind. Es gibt zum Beispiel kein Land in Europa wo ein Velohändler mehr an einem Velo verdient als in der Schweiz.

Eine grobe Unterteilung der Wertschöpfungskette:

Material:
Ein Velo besteht aus einer Vielzahl an Komponenten verschiedener Lieferanten. Jeder Lieferant hat seine Preise. Diese sind abhängig von Rohstoffpreisen, Währungen, Produktionsstandort, Konkurrenzdruck und Abnahmemengen. Ein Velo Hersteller kann nun diese Komponenten einkaufen und ein Velo damit bauen. Der Aufwand dafür kann enorm unterschiedlich sein. In der Regeln sind hier auch noch Zwischenhändler ( Agenten, OEM Montagen etc ) dazwischen welche die Logistik, Qualitätssicherung und Montage sicherstellen.

  • Er kann alles „ab Stange“ kaufen ( inklusive Rahmen, Gabel und sogar Design ), mit minimalem Aufwand in einem Billiglohnland zusammenbauen, dabei auch mal bei der Qualität ein Auge zudrücken und ohne viel Marketing zu einem billigen Preis verkaufen.
  • Er kann aber auch viel in die Marke und ein stimmiges Gesamtkonzept investieren, Rahmen und Komponenten weiter entwickeln, viel in Design und Marketing stecken und mit grosser Sorgfalt montieren.

Schon hier wird aus ähnlichen „Komponenten Paketen“ ein sehr unterschiedliches Endprodukt entstehen das aber auf den ersten Blick schwer zu unterscheiden ist. 

Vertrieb:
Hier kommen wir zu einem spannenden Thema welches sich stark am verändern ist.  Ich teile mal in fünf Sparten auf:

  1. Eine globale Marke mit grossen Stückzahlen, hohem Anspruch an Qualität und Image arbeitet mit Distributoren oder eigenen Niederlassungen, einem Aussendienst und dem Fachhandel. ( zB. Trek, Cannondale ) Qualität, Service und Preise sind hier eher hoch.

  2. Eine nationale Marke mit kleineren Stückzahlen arbeitet mit einem Aussendienst und dem Fachhandel. ( zB. Tour de Suisse, Cresta ) Qualität, Service und Preise sind hier eher hoch.

  3. Eine „Warenhaus“ Marke arbeitet mit einer eigenen Vertriebsstruktur und eher tiefen Margenrechnungen. Das Image wird vom Warenhaus bestimmt. ( zB. Migros, Jumbo ) Preise sind hier tief, Qualität und Service kann sehr unterschiedlich sein.

  4. Ein nationaler Direktvertreiber arbeitet mit kleinen Stückzahlen und möglichst schlanken Strukturen. ( simpel.ch, Stöckli, Thömus ). Preis ist hier eher tief, die Qualität und der Service eher hoch.

  5. Ein globaler Direktvertreiber arbeitet mit grossen Stückzahlen und möglichst schlanken Strukturen. Der Preis ist hier sehr tief, Qualität oftmals gut aber der Service kaum vorhanden.

 

Meine Gedanken dazu:
Eine nationale Marke und eine internationale Marke unterscheiden sich wohl am ehesten darin, dass die nationale Marke gezielter für den heimischen Markt produzieren kann. Die internationale Marke hat aber durch höhere Volumen mehr Ressourcen für Imagepflege und Preisoptimierungen.

Daneben stehen schon lange die Grossverteiler welche mit eigenen Marken und immer mehr auch mit globalen Marken im eher unteren Preissegment grosse Stückzahlen absetzen können.

Nationale Direktverteiber im Qualitäts-Segment gab es schon immer. Dem Internet ist es aber zu verdanken, dass diese eher an Bedeutung gewinnen und aber auch, zusammen mit allen Anbietern,  vermehrt durch globale Konkurrenz unter Druck gesetzt werden.

Wo sind die grossen Unterschiede? Wie kann man feststellen mit welchen Methoden eine Marke arbeitet? Der Preis eines Velos wird meiner Meinung nach bestimmt durch:

  • Funktionalität / Innovation
  • Qualität
  • Stückzahlen der Marke
  • Stückzahlen des Anbieters
  • Image / Werbung
  • Service beim Kauf
  • Service nach dem Kauf
Wie kann es nun aber kommen, dass ein Velo einer internationalen Marke beim Velohändler nun im Extremfall fast doppelt so viel kostet wie bei einem internationalen Direktvertreiber? Die Unterschiede können nur beim Vertrieb und allenfalls bei der Aktualität des Produktes gefunden werden. Der „Umweg“ über den Distributor und den Fachhändler kostet also einiges.

Jeder Velohändler erhält beim Ankauf eines Velos eine bestimmte Marge. Dafür sorgt er für die Zwischenfinanzierung und Endmontage des Velos und er bietet den Kunden Beratung und Service beim Kauf und im idealen Fall auch nach dem Kauf. Egal ob die Beratung fünf Minuten oder Stunden dauert; egal ob ein Velo 1000 oder 5000 kostet, die Marge bleibt proportional immer gleich. Egal ob ein Händler gut beratet oder ob er „nur“ sein Lager gezielt abverkaufen will, egal ob der Service nach dem Kauf perfekt sein wird oder nicht, die Marge bleibt gleich und für die Käufer nicht transparent.

Ein Velohändler der ein Kindervelo für CHF 600.00 verkauft und dafür eine Stunde Beratung investiert verdient am Ende fast nichts. Verkauft er in der gleichen Zeit ein Rennvelo für CHF 6000.00 bleibt ungleich mehr in der Kasse. In diesem Fall auch mal über 35% des Gesamtpreises aber sicher mindestens CHF 2000.00. Toll für die Kunden mit dem Kindervelo, eher unerfreulich für den Kunden mit dem Rennvelo.
 
Wie ist es in anderen Branchen? Amazon bietet mir mehr Informationen zu Büchern als jeder Buchhändler und deutlich attraktivere Preise. Dafür fehlt das Flair eines Buchladens und das gute Gefühl einen Laden in der Region zu unterstützen. Einen Service „nach dem Kauf“ gibt es beim Buch nicht, darum fällt mein Entscheid oftmals zu Gunsten von Amazon aus. Es sei denn, ich will gezielt den Service beim Kauf eines Buches in Anspruch nehmen und ein Buch ( zB. Ein Kinderbuch mit Illustrationen ) vor Ort sehen. Dann bezahle ich das gerne und es würde mir nicht einfallen das Buch dann trotzdem bei Amazon zu kaufen.

Der Unterschied zum Velo liegt demzufolge also nur noch beim Service nach dem Kauf. Aus Sicht der Konsumenten wäre dann wohl folgende Ergänzung in der Velobranche ideal:

Man kauft ein Qualitätsvelo mit guter Beratung und Service online, ähnlich wie ein Buch bei Amazon.
Den Service nach dem Kauf nehme ich bei Bedarf regional in Anspruch und bezahle diesen auch entsprechend, aber erst dann wenn ich ihn wirklich brauche und mit voller Transparenz. Ich habe ja schliesslich beim Kauf nichts dafür bezahlt.

Fehlt nun also lediglich eine voll auf Service ausgerichtete Dienstleistung im Markt um den Markt massiv unter Druck zu setzen?

Infos zur neuen Shimano Alfine 11-Gang Nabe

geschrieben von phil | 3 Feb, 2010

11 Gänge, 409% Entfaltung, 1600 Gramm Gewicht, ein komplett neues schrägverzahntes Getriebesystem im Ölbad. Diese Fakten sorgen zur Zeit in der Fahrradbranche für Aufregung. Denn dies sind die Eckdaten der neuen Shimano Alfine 11-Gang Nabenschaltung die bereits ab diesem Herbst auf den Markt kommen soll und soeben angekündigt worden ist.

Shimano Alfine 11-Gang Nabe

Der Übersetzungsbereich wird dadurch im Vergleich zur Shimano 8-Gang Alfine Nabe um 33% vergrössert, was gerade für die Schweizer Topografie von Bedeutung ist. Allerdings bleibt der Übersetzungsbereich kleiner als mit zwei Kettenblättern vorne. Aber selbstverständlich liesse sich auch diese Nabe mit zwei Kettenblättern kombinieren was dann aber mit 601% Übersetzungsbereich fast zu extrem wäre. 

Wichtiger scheint mir aber, dass die neue Nabe auch sonst sportlicher als das Standardgetriebe wird. Ein schrägverzahntes Getriebe läuft leichter und erlaubt bessere Gangwechsel. Das Ölbad sorgt nochmals für einen ruhigeren Lauf und für eine längere Lebensdauer. Für Alltagsfahrer dürfte das die lange ersehnte Alternative zu Rohloff sein. Da ist lediglich schade, dass nur eine Version für Scheibenbremsen angekündigt ist und keine Rollenbremsen-Version. 

Sehr spannend dürfte diese Nabe natürlich auch für Elektrovelos sein. Vorallem E-Bikes mit einem Mittelmotor wie dem Panasonic ( von Flyer verbaut ) werden von dieser Nabe enorm profitieren. 

Auch für den Zahnriemen Antrieb bedeutet die Nabe gute Neuigkeiten, denn ein Fahrrad mit Gates Antrieb und einer hochwertigen 11-Gang Nabe dürfte für viele Konsumenten sehr spannend sein.

Als Konsument darf man sich nun zurücklehnen und gespannt sein was sich die Velo Hersteller in Verbindung mit dieser Nabe einfallen lassen. Als Velo Hersteller selber ist man nun gefordert die Nabe zuerst einmal kritisch zu prüfen und dann den richtigen Einsatzbereich zu finden. 

Dass sich die Nabe preislich bedeutend über der normalen 8-Gang Naben bewegen wird ist auf Grund der verwendeten Technologien bereits jetzt klar. Der Preis wird aber auch klar unter dem Preis einer Rohloff Nabe liegen und damit eine wichtige Lücke schliessen. Da bin ich mal gespannt auf die Probefahrt morgen... 

Was ich aber schon jetzt sagen kann: simpel.ch wird wohl in der Schweiz einer der ersten Anbieter von Fahrädern mit dieser Alfine 11-Gang Nabenschaltung sein. Und mit grösster Wahrscheinlichkeit der erste Anbieter der diese Alfine Nabe mit dem Gates Carbon Drive Zahnriemen kombiniert. Auch mit einem E-Bike? Wer weiss. Updates auf diesem Blog oder sobald die Zeit reif ist auch auf simpel.ch.

Mehr Infos zur Alfine 11-Gang nun hier ( Nachtrag 07.02.2010 )

Das erste simpel.ch Velo mit 11-Gang Shimano Alfine Nabenschaltung ( Nachtrag 07.09.2010 ) 

Velomechaniker gesucht!

geschrieben von phil | 6 Jan, 2010

Bei Simpel suchen wir zur Zeit dringend einen Velomechaniker oder eine Velomechanikerin. Irgendwie scheint es recht schwierig zu sein ausgebildete MechanikerInnen zu finden. Es ist auch gut möglich, dass wir einer Person mit grossem Interesse an Velos und gutem handwerklichem Geschick ohne Velomech-Ausbildung eine Chance geben!

Cool an dieser Stelle ist, dass man zu normalen Büro-Öffnungszeiten arbeitet und nicht zu Laden-Öffnungszeiten. Gerade ein Mechaniker der aktiv Rennen fährt hat hier grosse Vorteile im Vergleich zu einem Job in einem Bike Geschäft wo auch am Samstag gearbeitet werden muss. 

Die Velomechaniker Stelle ist hier ausgeschrieben

Um Mithilfe bei der Suche oder einen Hinweis an potentielle BewerberInnen bin ich dankbar!

 

The Copenhagen Wheel - Ein potentieller Durchbruch?

geschrieben von phil | 27 Dez, 2009

Wenn das MIT ( Massachusetts Institute of Technology ) hinter einer Entwicklug steht, dann heisst das in der Regel, dass neuste Technologien zu einem überraschend innovativen Endprodukt zusammengefunden haben.

Wenn nun in Kopenhaben im Rahmen des UN - Klimagipfels ein neues Rad vom MIT präsentiert wird, dann lohnt es sich genauer hinzusehen. Und weil alle so gerne YouTube Filmchen schauen hier gleich der Film  zum Thema: 

Zusammengefasst: 

Ein Hinterrad mit regenerativem Elektromotor und intergriertem Akku. Keine Kabel, keine externen Teile. Alles hübsch versorgt und nachrüstbar. Es kann aber auch noch wesentlich mehr: Die im Rad eingebauten Sensoren messen nämlich Tretleistung, Kalorienverbrauch und ähnliche Daten und erfassen zudem Umweltdaten. So werden die Luftanteile des Kohlenmonoxids und der Stickstoffoxide, Umgebungslärm, Temperatur sowie die relative Feuchtigkeit gemessen. Kommunikation via Bluetooth mit dem iPhone.

 

Hübsch? Naja. 

Innovativ? Ja, aber nicht wirlich in Bezug auf den Antrieb. Ein regenerativer Antrieb im Hinterrad ist sicher keine schlechte Sache. Ob die zusätzlich gewonnene Kraft wirklich relevant ist möchte ich aber bezweifeln. Bei Bionx wird das Thema mehr zu Marketing-Zwecken eingesetzt als dass es wirklich sehr viel bringen würde. 

Nachrüstbar? Ok, nicht schlecht. In einer Übergangsphase kann das von Vorteil sein. Das Verschwinden der Kabel ist sicher ein grosser Vorteil. In den nächsten fünf Jahren wird sich aber wohl so viel verändern, dass dieses Thema nicht mehr relevant ist. Ein Elektro-Antrieb wird meiner Meinung nach eine Option sein wie eine Federgabel. Elektrovelos wie sie jetzt auf dem Markt sind vermischen sich mit normalen Velos, der Antrieb ist eine Frage der Komponentenwahl und nicht mehr der Velomarke. 

Wo ist nun aber die Innovation? Das Hinterrad hat nicht nur einen Motor, sondern auch eine Kommunikationseinheit. Via Bluetooth kann zum Beispiel das iPhone so mit dem Fahrrad kommunizieren. Sind Smartphone und Velo einmal ein "Päärchen" dann kann das Velo so geschlossen, verfolgt und gesteuert werden. Ein Ausbau auf ein Leihvelo System ist gut denkbar, Abokosten und eine Integration in den "Leihvelo Grid" der aktuellen Stadt sind problemlos möglich. 

Bei "smarten" Velos liegt meiner Meinung nach enormes Potential. Wenn in zwei Jahren Shimano mit einem Elektroantrieb kommt wird sich dieser Markt nochmals stark verändern und wohl relativ bald konsolidieren. Ein "smartes" Velo wird aber auch Shimano nicht innert zwei Jahren auf den Markt bringen. Hier zeigt das MIT auf was möglich ist. Wenn diese Innovation über die Politik forciert wird und von Städten gefördert wird, dann könnten wir sehr bald mit dieser Technologie durch die Städte cruisen. Die Trennung zwischen dem privaten Stahlesel und dem smarten Leihvelo würde dann Wirklichkeit.

Die Gewinner eines Wettbewerbs für ein neues Leihvelosystem in Kopenhagen schlagen denn auch bereits eine starke Integration von Smartphones vor. Auch das Leihvelo System in Lausanne hat eine iPhone App mit welcher die Verfügbarkeit der Leihvelos live abgefragt werden kann. Ich bin gespannt was hier alles noch kommt!

Prince Charles und das Paper Bicycle

geschrieben von phil | 20 Jul, 2009

Dass das Paper Bicycle Wellen werfen wird war mir schon klar, als ich vor drei Jahren den ersten Prototypen gesehen habe. Dass ich aber ein Foto mit Prince Charles und dem Paper Bicycle auf meinen Blog stellen kann, finde ich doch auch speziell: 

Price Charles, Nick Lobnitz und das Paper Bicycle

Das Bild zeigt Prince Charles wie er sich von Nick Lobnitz das Paper Bicycle zeigen lässt. Anlass zu dieser Begegnung war das 25-Jährige Jubiläum des Prince's Trust. Diese Organisation wurde von Prince Charles ins Leben gerufen um nachhaltig Projekte junger Unternehmer zu fördern. Nick Lobnitz durfte sich dabei mit dem Paper Bicycle quasi als "Vorzeige-Objekt" präsentieren.

Dass sich der Prince of Wales für Velos interessiert ist in Grossbritannien kein Geheimnis. Hier ein Bild aus früheren Zeiten: 

Nun gilt zu hoffen, dass dem Paper Bicycle mit dem königlichen Segen eine goldige Zukunft bevorsteht. 

Google Maps Verzeichnis für Velo Leihsysteme weltweit

geschrieben von phil | 10 Jun, 2009

Super! Immer mehr Städte in Europa und der Welt setzen seit einigen Jahren auf Veloverleihsysteme. Es gibt verschiedene Systeme. Häufig sind es über die Stadt verteilte, automatisierte Velostationen, bei denen die Velos geliehen und wieder zurückgestellt werden können. Die Ausleihe erfolgt meistens elektronisch mittels einer persönlichen Karte. Die Systeme in Wien, Paris und Barcelona sind unterdessen bestens bekannt. Der Bike-Sharing Blog und MetroBike haben eine Bike-Sharing World Map Veloverleih-Weltkarte erarbeitet, wo die Veloverleihsysteme weltweit dokumentiert sind. Die Schweiz bildet bisher noch einen weissen Fleck auf dieser Karte. Dies sollte spätestens Ende Juni anders sein, wenn in Lausann das erste Leihsystem mit der Universität und ETH Lausanne realisiert wird. 

Hier der Link zur Karte!

Leider nicht enthalten sind die gratis Leihsysteme von Schweiz Rollt die in der Schweiz schon sehr lange etabliert sind. Hier werden in den meisten Fällen "langweilige" Automaten sinnvoll durch sozial Benachteiligte Menschen ersetzt. Dass dabei die Vernetzung viel schwieriger ist und sich der Service weniger als Transportnetzwerk sondern als Freizeit-Dienstleistung für Bevölkerung und Touristen versteht dürfte der Grund sein, warum diese Stationen fehlen. Es wird spannend sein zu beobachten, wie sich die Schweizer Städte in Zukunft entwicklen. Es bleibt zu hoffen, dass die bestehenden Systeme sinnvoll in modernere Lösungen integriert werden können und der starke soziale Aspekt der neuen Entwicklung nicht zum Opfer fällt.

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