Der optimist ist online! Erstes Serienvelo mit Carbon Drive und Rohloff

geschrieben von phil | 19 Feb, 2009

Endlich geschafft, nach einem Jahr Arbeit ist der simpel.ch optimist auf der Website:

Das Ausfaller System am Stahlrahmen: 

Und der Rahmen: 

Der simpel.ch optimist ist als Rohloff / Carbon Drive oder Shimano Alfine / Carbon Drive Variante erhältlich. Die Auslieferung beginnt im Mai; bis Ende März gibt's einen Vorbestellungs-Rabatt von CHF 100.00. Wer das Velo sehen und "erfahren" möchte kann dieses Wochenende an der Twoo in Basel machen oder ab Ende Februar im Velo Testcenter in Mettmenstetten. Testberichte von Magazinen dürften bald folgen.. :-)

Unser Gates Carbon Drive Spannsystem ist fertig! Bilder.

geschrieben von phil | 9 Feb, 2009

Lange durfte ich nicht über dieses Projekt schreiben da wir für gewisse Details ein Patent angemeldet haben. Unterdessen steht das System kurz vor der Serienproduktion und ich freu mich wie ein kleines Kind über das Resultat!

Um einen Zahnriemen auf der richtigen Spannung zu halten ist ein gutes Spannsystem von grossem Vorteil. Ausserdem muss ein Rahmen ja teilbar sein um den Zahnriemen irgendwie in's Rahmendreieck zu bringen. Zusätzlich hatten wir den Anspruch die Scheibenbremse im Rahmendreieck zu haben damit für Gepäckträger und Schutzblech aussen schön Platz bleibt. Durch die unterschiedlichen Riemenlängen war ein rechter Verstellbereich nötig um alle Kombinationen zu erlauben. Eine lange Liste mit Anforderungen die uns dazu bewegt hat eine eigene Lösung zu suchen. Eigentlich ganz schön ehrgeizig für eine kleine Schweizer Velo Marke, aber ich finde der Aufwand hat sich gelohnt und das Interesse von anderen Herstellern dürfte nicht gerade klein sein. Aber eben.. here goes: 

Das System an Aluminium Rahmen Prototypen

Der Schlitten auf der linken Seite trägt die Post-Mount Avid BB7 Scheibenbremse. Dank der Gewindestange mit Links- und Rechtsgewinde kann dieser Schlitten mit einem Inbusschlüssel sehr genau und doch schnell verstellt werden. Folgen wird noch ein Index auf der Schlitzung, damit man die Position des linken und rechten Schlittens abstimmen kann und eine perfekte Ausrichtung des Hinterrades erreicht. Das Ausfallende ist bereit für OEM Rohloff. 

Das System an Aluminium Rahmen Prototypen

Die linke Seite ist einfacher gebaut. Das tragende Rahmenteil ist an der Sattelstrebe verschraubt und dient somit als Rahmenschloss damit ein Zahnriehmen in das Rahmendreieck eingesetzt werden kann. 

Das System an Aluminium Rahmen Prototypen

Das ganze Ausfaller-System sieht dann so aus. Es gibt zu beachten, dass die Bilder von einem Prototypen vor der Hitzebehandlung sind und noch ein paar Details angepasst werden. Auch die Schweissnähte sind nicht gerade hübsch, das wird noch ändern. 

Ein weiterer Punkt sind die Kettenstreben die beim Tretlager genug Reifenfreiheit bieten müssen und trotzdem Platz für die  breite Gates Riemenscheibe. Um dies möglich zu machen haben wir ein eigenes "Yoke" ( englisch für Joch ) entwickelt. Mit Alurohren wäre das nicht möglich gewesen. Das Yoke hat als besonderes Highlight sogar interne Kanäle für die Lichtkabelführung, Ständer-Adapter und eine elegante Schutzblechaufnahme. 

Zum ersten Mal öffentlich zu sehen ist dieser Rahmen an der Twoo Messe in Basel. Erhältlich dürften die ersten Modelle im Mai sein, die Produktion geht nach meinem Besuch hier in Asien voll los. Natürlich kann dieses System auch für Kettenantriebe verwendet werden. Das wird es uns möglich machen gewisse Modell mit einem "Gates Carbon Drive Nachrüst-Satz" anzubieten. 

Heute bin ich in Taiwan und werden unseren Stahlrahmenbauer besuchen um die Produktion für die CroMo Rahmem für den Optimisten und das frischluft tour freizugeben. Bilder folgen... 

Wie merkt man, dass man in China ist?

geschrieben von phil | 7 Feb, 2009
  • Alles ist laut, auch die ruhigen Orte
  • Alles schmeckt und riecht anders, sogar der Mac
  • Alle ziehen die Spucke hoch und raus damit, und zwar ueberall
  • Alle laecheln und sagen ja, auch wenn sie es nicht so meinen
  • Alle geben Auskunft, auch wenn sie keine Ahnung haben
  • Taxifahrer kennen keine Regeln und die Hupe kommt vor der Bremse
  • Alles ist billig
  • Schweizer bauen Tunnels, Chinesen sprengen den Berg weg
  • Extrem ist besser, ob extrem gross oder extrem klein, Mittelmass nein danke
  • Mit Geld geht alles, der Mammon regiert
  • Alles ist essbar, Alkohol ist zum trinken da, runter damit
  • Vor jedem Hotel entsteht grad eine Metro, die Baustelle natürlich mit Nachtschicht

Wer jetzt denkt das sei alles negativ gemeint irrt sich. Ich mag die Chinesen, auch wenn sie mich an manchen Orten mit meinen rotblonden Haaren ungeniert anstarren. Die Kultur ist spannend, auch wenn ich sie wohl nie ganz verstehen werde. China ist extrem lernfaehig und hat sich erstaunlich veraendert. Die Entwicklung der letzten Jahre ist richtig spürbar. Auch der Umweltschutz wird langsam ernst genommen. Nicht in allen Schichten, aber manchmal mit vorbildlicher Strenge und Disziplin.

Trotzdem gibt es nach einem anstrengenden Tag mit Sitzungen und vielen Eindrücken nichts besseres als ein bisschen heimelige Schweizer Musik ( Patent Ochsner oder so ) trällern zu lassen und in Gedanken in die ruhige, ach so wunderschöne Schweiz zurückzukehren.... Und jetzt stehe ein Chinese hinter mir, lächelt (was sonst!) und meint ich sei an seinem Platz im Internet Cafe und ich solle doch langsam gehen.. Grüsse aus China!

Sonnenaufgang à la Shenzhen, China

geschrieben von phil | 5 Feb, 2009

So sah heute der Sonnenaufgang aus meinem Hotelzimmer im 26ten Stock aus. Wer mich kennt wird sich fragen wieso ich als Mogenmuffel bei einem Sonnenaufgang schon wach bin... Zeitverschiebung macht's möglich!

Sonnenaufgang Shenzhen

Die trübe Stimmung stammt aber scheinbar nicht von Abgasen wie wohl viele denken werden. Es ist ganz einfach sehr feucht hier und eine Art Dunst der sich über die Stadt legt. Shenzhen ist gemäss Tourismus Broschüre eine internationale "UN Garden City" und hat viele Pärke und sogar Naturschutzgebiete innerhalb der Stadtgrenzen. 

Shenzhen und Taichung, Besuch bei Rahmenbauern

geschrieben von phil | 31 Jan, 2009

Am Dienstag Abend fliege ich nach Hongkong und reise dann weiter nach Shenzhen, die chinesische Stadt auf der anderen Seite der Grenze. In Shenzhen sitzt ein grosser Teil der heutigen Velo-Industrie. Viele Taiwanesen haben dort ihre "China-Factory" aufgebaut. Ich selber besuche einen bedeutenden Rahmenbauer für die Sichtung von Prototypen und eine riesige, topmoderne Velofabrik die meines Wissens weit über 2 Milionen Fahrräder pro Jahr baut. Wenn's zeitlich drin liegt werde ich auch noch einen befreundeten Hersteller von Federelementen besuchen.

Am Sonntag fliege ich dann ( hoffentlich mit zwei wunderschönen Prototypen-Rahmen ) weiter nach Taiwan. Zum ersten Mal direkt von Hongkong nach Taichung, einer weiteren "Hochburg" für die Velo Industrie. 

Am Montag ein Besuch bei einem renommierten Stahlrahmenbauer um hoffentlich die Vorserie des Optimisten Rahmens gutheissen zu können. Danach zu einem weiteren Rahmenbauer der auch einen riesige CNC Anlage hat. Dort wird das Paper Bicycle gebaut. Der Dienstag ist dann reserviert für einen weiteren Rahmenbauer und einen Besuch bei ORi, dem Hersteller unserer Faltvelos. Am Abend dann mit viel Gepäck und Material für die Twoo Velo Messe über Hongkong zurück nach Zürich. 

Bis dahin werde ich mich wohl nach der Ruhe in Maschwanden sehnen; nicht zu Schweigen nach meiner Familie. So eine Reise ist jedes Mal wieder speziell und die Eindrücke sind enorm. Ich werde bestimmt versuchen ein paar Eindrücke zu "bloggen". 

Besonders eindrücklich ist ja immer auch das Essen.. :-)

Ein Bild aus Taichung in Frühling 2008. 

 

Auch Robbie Williams fährt Velo

geschrieben von phil | 30 Jan, 2009

Gemäss einem Artikel der lokalen englischen Zeitung "Swindon Advertiser" hat Robbie Williams nach seiner Rückkehr nach England als erstes einen Bike Shop besucht. Trotz starker Vermummung wurde er sofort erkannt. Wenn jetzt sogar die internationalen Stars den Zeitgeist erkennen und auf's Velo umsteigen kann das nur gutes bedeuten. Marc Forster fährt ja scheinbar auch ein MTB- Cycletech Bike.. immerhin.

Robbie Williams

Offene Stellen bei simpel.ch

geschrieben von phil | 26 Jan, 2009

Auf die neue Saison hin sind bei der Simpel GmbH zwei spannende Stellen frei. Zwar ist keiner der Jobs für ein Pensum von 100% ausgelegt, aber dafür bietet sich zum Beispiel die Gelegenheit eine Ausbildung und Teilzeitarbeit zu verbinden. Weil ich davon ausgehe dass Veloblog-Leser eine starke Beziehung zum Velo haben möchte ich auf diese Stellen besonders aufmerksam machen:

Fragen können natürlich direkt über die Kommentarfunktion gestellt werden, Bewerbungen bitte per Mail oder Post an die jeweilige Person im Stellenbeschrieb.

Nettes Bild

geschrieben von phil | 23 Jan, 2009

Paper Bicycle

Gestern in Lausanne vor dem Büro von Lausanne Roule, mit der Canon EOS 400 aufgenommen. 

Mit dem Nicolai Freerider über der Nebeldecke

geschrieben von phil | 17 Jan, 2009

Unterdessen ist es schon fast jedes Mal einen Blogeintrag wert wenn ich endlich wieder mal auf's Bike komme! Mit Geschäft und Familie bleibt immer weniger Zeit dafür, und wenn die Zeit da ist bin ich meistens nicht motiviert weil ich ausgepowert bin.

Naja, heute hab ich meinen inneren Schweinehund überwinden können und bin auf's Albishorn; raus aus dem zähen Maschwander Nebel. Da ich mein Transalpes Bike verkauft habe (mein neues ist nächste Woche fertig!) und das Bontrager mit den Felgenbremsen an seine Grenzen kommt, habe ich meinen Nicolai Freerider aus dem Keller geholt.

Die Aussicht vom Albishorn war wieder mal genial: 

Nicolai Freerider auf dem Albishorn

 Es war toll mal wieder mit diesem Bike unterwegs zu sein. Das Bike macht auch den Berg rauf noch Spass und runter hat man anständig Reserve. Dank der Rohloff Speedhub ist es auch gut Schneetauglich. Wunderschön ist die alte CNC-gefräste Race Face Kurbel die ich mal von Jann von der FOM geschenkt bekommen habe. Mit diesem Bike bin ich die ersten drei Red Bull Trailfox Rennen gefahren, ein toller Allrounder! 

Der Weg in Richtung Schweikhof hat richtig Spass gemacht: 

Nicolai mit Sicht auf Zug

Vom Schweikhof bin ich nochmals hoch aufs Albishorn und dann runter in die Schnabellücke und zum Türlersee wo sich heute wohl das halbe Säuliamt auf dem Eis versammelt hat. Ein toller Samstag-Nachmittag Ride! 

Wieso ein Velo mit Zahnriemen Antrieb? Hintergründe zu Gates Carbon Drive

geschrieben von phil | 27 Dez, 2008

Ich beschäftige mich nun seit bald drei Jahren mit dem Zahnriemen-Antrieb. Unser erster simpel.ch Prototyp hat mich damals nicht überzeugt; zu gummig im Antritt, keine saubere Rahmenlösung und immer noch Durchrutschgefahr

Seit etwas mehr als einem Jahr setze ich mich intensiv mit der Gates Carbon Drive Lösung auseinander. Kai Fuchs, unser neuer Product Manager bei simpel.ch hat viel gerechnet, diskutiert und geplant. Zusammen mit verschiedenen Ingenieuren haben wir vorallem an einem sauberen Ausfallenden-System gearbeitet. Dieses haben wir nun am 23. Dezember beim Patentamt gemeldet. Der zweite Prototyp des simpel.ch Optimist wird dieses System als erstes Velo verwenden. Aus meiner Sicht eine wunderschöne Lösung für ein Velo mit Zahnriemen Antrieb das wirklich Spass macht und funktioniert! 

gates carbon drive antrieb

Aber was sind die Vorteile? Wenn es so genial ist, warum hat man das nicht schon lange gemacht? Diese Fragen tauchen regelmässig auf wenn ich ins Schwärmen komme. Hier also meine Antworten: 

Vorteile: 

  1. Keine Kette mehr!
  2. Ein Zahnriemen streckt sich nicht mit der Zeit und weist keinen eigentlichen Verschleiss auf
  3. Ein Zahnriemen ist wartungsfrei und muss nicht geschmiert werden und verschmutzt dadurch nicht, schmutzige Hosen gehören der Vergangenheit an
  4. Ein Zahnriemen macht keine Geräusche, man merkt erst wie laut eine Kette sein kann wenn man mit Zahnriemen fährt.
  5. Ein Zahnriemen erhält seinen Wirkungsgrad auch nach längerer Laufdauer (man schätzt, dass ein Gates Carbon Drive Antrieb ca. 25'000km Laufleistung hat)
  6. Ein Zahnriemen ist ca. 250 Gramm leichter als eine Kette ( auch als Ersatzteil auf langen Reisen.. )


Wieso gibt's das nicht schon lange?

  1. Zahnriemen sind bei Autos, Motorrädern und gewaltigsten Monster Trucks im Einsatz. Zahnriemen bei Velos gibt's eigentlich auch schon lange.. Bis jetzt waren die Systeme aber für den härteren Einsatz zu wenig ausgereift. Ein Veloantrieb hat extrem kleine Drehzahlen im Vergleich zu einem Motor und enorme, unregelmässig auftretende Kräfte. Ein Velo mit Gepäck im Wiegetritt vorwärtsbewegt; das sind Kräfte die enorm sind. 
  2. Neue Technologien ermöglichen es, einen Zahnriemen zu bauen der sich nicht dehnt. Damit lässt sich ein Zahnriemen mit relativ bescheidener Spannung einsetzen, ohne dabei durchzurutschen.
  3. Dank dem Vormarsch von hochwertigen Nabenschaltungen ( Rohloff, Shimano Alfine ) und dank dem Singlespeed Hype in den USA haben Zahnriemen an Bedeutung gewonnen. (Mit einem Zahnriemen kann man nicht schalten.. ) Somit wurde das Thema auch Wirtschaftlich für grössere Hersteller interessant. Durch den Rückgang der Auto Industrie sind neue Geschäftsfelder plötzlich interessanter geworden, zudem sind Velos auch für grössere Firmen "sexy" geworden, da "Green Business" plötzlich zum guten Ton gehört. 
  4. Ein Antrieb mit Zahnriemen stellt grosse Herausforderungen an den Rahmen. Der Rahmen muss geöffnet werden können; die Spannung muss perfekt eingestellt werden können und durch die Breite des Riemens bleibt herzlich wenig Platz für die Kettenstreben. Das Zusammenspiel von Antrieb und Rahmen ist entscheidend und stellt viele Hersteller vor (zu) grosse Herausforderungen. Es gibt noch keine Standardlösungen. 

Dass Zahnriemen Zukunft haben glaubt eigentlich die ganze Branche. Trek bietet bereits ein erstes Modell mit Zahnriemen (die Prototypen-Rahmen an der Eurobike waren zwar ernüchternd) und CNN dem Thema kürzlich einen Bericht gewidmet. Ich bin gespannt wie's weiter geht!
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