Das Velo und die SBB

geschrieben von phil | 28 Jul, 2009

Letzte Woche habe ich meinem Ärger über die Velowagen der SBB im IC nach Bern hier Luft gemacht. Heute berichtet der Tages Anzeiger, dass Velofahrer einfach aus dem Zug geworfern werden (natürlich am Bahnhof und nicht bei voller Fahrt) und Ihnen mit der Polizei gedroht wird. Der Bericht hat schon über 200 Kommentare in nur einem Tag erhalten. Etwas aufgeblasen die Geschichte, aber im Grundsatz könnte das Angebot der SBB wohl schon optimiert werden. 

Gestern bin ich mit einem Mustervelo nach Winterthur. Wieder ein Intercity Doppelstockwagen. Wieder das ganze Perron abmarschieren bis zum vordersten Wagen.  Und.. die Türe ist defekt! Ich muss mein Velo weiter vorne einladen und zwischen den Sitzen durchzwängen um zu den Veloplätzen zu kommen. Zum Glück ist mir das gestern passiert und nicht nächste Woche mit Kinderanhänger und Gepäck!

SBB Defekte Türe

 Da lobe ich mir doch die alten Gepäckwagen wo man den Platz zwar auch mal mit jungen Kücken teilt, aber dafür Platz hat und die Türen aufbringt: 

 

Tourenvelo mit Gates Carbon Drive Zahnriemen und Vollgepäck

geschrieben von phil | 27 Jul, 2009

In einer Woche geht's auf eine knapp zweiwöchige Velotour durch die Schweiz. Zwei Erwachsene und zwei Kinder ( 11 Monate und knapp 3 Jahre alt ), 4er Zelt, Schlafsäcke, Mätteli, Kocher, Windeln.. eine organisatorische Herausforderung. 

Vor zwei Jahren haben wir eine ähnliche Tour mit noch einem Kind unternommen, damals aber noch ohne Zelt. Um alles etwas besser planen zu können und auch die Kinder an diese Art des Reisens zu gewöhnen, haben wir dieses Wochenende eine Probetour von Maschwanden an den Lauerzersee unter die Räder genommen. Dies war gleichzeitig auch die Jungfernfahrt meines neuen Velos: 

 frischluft tour Tourenvelo mit Carbon Drive Zahnriemen

Ich habe mir ein simpel.ch frischluft tour Tourenvelo mit dem Gates Carbon Drive, Rohloff, Lowrider und Carryfreedom Gepäckanhänger zusammengebaut. Den Zahnriemen habe ich ja am Optimisten mit Kinderanhänger schon öfter gefahren, auf dem frischluft tour war das aber nun eine Premiere. Fazit: Ich habe nix gemerkt...  und vorallem nix gehört ausser dem Rauschen der Kette am zweiten Velo.

Der Carryfreedom Anhänger lässt sich sehr schön bepacken und ziehen. In der roten Ortlieb Rackpack Tasche sind alle Kleider und Liegematten verstaut, der schwarze Sack oben ist das Exped Zelt. Die schwarzen Ortlieb Taschen dienen als Küchentasche ( mit MSR Benzinkocher für die beste Rösti im Land ) und Schlafsacktasche. Die Kindersachen sind alle im Kinderanhänger. Für die zweiwöchige Tour werden noch die zwei kleineren Ortlieb Taschen für vorne dazukommen mit weiteren Kleidern etc. 

Eigentlich alles recht komfortabel und das Fahrgefühl ist erstaunlich gut. Natürlich werden damit bereits kleinere Steigungen zur Herausforderung, aber dafür hat man in den Ferien ja auch Zeit. Für mich ist es eine tolle Möglichkeit mich endlich auch mal wieder etwas mehr auf's Velo zu setzen und trotzdem viel Zeit mit der Familie zu haben. Mit den wohl über 50kg Gepäck auch ein tolles Training! 

Warum die Schweinegrippe H1N1 das Velofahren fördern könnte

geschrieben von phil | 24 Jul, 2009

Was passiert bei einer Grippe Pandemie? Verständlicherweise ist die Angst sich anzustecken gross. Sich mit einer Atemschutzmaske in den Zug und in's Tram zu setzen ist nicht wirklich toll. Wenn darum alle mit dem Auto unterwegs sind, dann ist das Verkehrschaos vorprogrammiert.

Eine sinnvolle Alternative? Mit dem Velo fahren! Vorbei am Stau und an der frischen Luft wird gleichzeitig auch der Körper durch die Bewegung gestärkt. In vielen Ratgebern zur Pandemischen Grippe H1N1 wird auf diese Tatsache hingewiesen. Sollte eine Pandemie zur Tatsache werden könnte dies sichtbare Auswirkungen auf das Strassenbild haben, mit bedeutend mehr Velos auf Schweizer Strassen.

Mehr Informationen zum H1N1 Virus vom Bundesamt für Gesundheit gibt's hier.

 

Fahren Velofahrer 2. Klasse bei der SBB?

geschrieben von phil | 21 Jul, 2009

Heute morgen bin ich mit knapp vier Minuten Umsteigezeit von der S9 auf den Intercity nach Lausanne. Mit dabei ein Paper Bicycle Mustervelo und eine SBB Tageskarte 1. Klasse. Das Velo in Genf abzuliefern und zu erklären ist Zweck meiner Reise und die 1. Klasse gönne ich mir weil ich in Ruhe arbeiten will im Zug und die Tageskarte für diese lange Reise sowieso ein recht guter Deal ist. Mit dem Auto gehen kommt für mich nicht in Frage, das sind 6 Stunden autofahren ohne Produktivität. 

Ich komme nun also schon recht knapp die Rolltreppe hoch mit meinem Velo und eile zum Gleich 17. Fahren ist bei Busse von glaube ich über CHF 300.00 auf SBB Gelände verboten, schon der Fuss auf einem Pedal zählt dazu. Vorne schön bequem die 1. Klasse. Sinnlos überfüllt, gemäss neuen Erkenntnissen mit ca. 30% SBB Pendler - Personal die ab einer gewissen Kaderstufe kostenlos 1. Klasse pendeln. Jetzt einsteigen und mir einen netten Platz sichern könnte noch klappen, aber was ist mit meinem Velo?

Bei den neuen Intercity Zügen ist das Velo-Abteil gaaaaanz vorne. Ungefähr 12 Doppelstockwagen von mir entfernt. In zwei Minuten fahre ich nun halt auf dem Perron dem Zug entlang und verlade mein Bike. Auf dem Perron zurück ist keine Option mehr, also kämpfe ich mich, gegen den Strom ) durch ca. 6 2.Klasse Wagen, durch das Zugrestaurant zu einem Sitzplatz in der ersten Klasse. Das macht definitv keinen grossen Spass.

Nun stelle ich mir die Frage ob Velofahrer nur 2. Klasse fahren? 

Auf touristischen Unternehmungen käme es mir eigentlich nicht in den Sinn in die 1. Klasse zu sitzen. Irgendwie passt das schon nicht. Und wie viele Geschäftsleute nehmen ein Velo mit? Wohl sehr wenige und manche davon ein Faltvelo welches bequem im Gepäckabteil versorgt werden kann. Aber heute hat's mich genervt, heute hab ich mich als Velofahrer ( oder Velostosser ) massiv benachteiligt und diskriminiert gefühlt, jawoll. 

 

Prince Charles und das Paper Bicycle

geschrieben von phil | 20 Jul, 2009

Dass das Paper Bicycle Wellen werfen wird war mir schon klar, als ich vor drei Jahren den ersten Prototypen gesehen habe. Dass ich aber ein Foto mit Prince Charles und dem Paper Bicycle auf meinen Blog stellen kann, finde ich doch auch speziell: 

Price Charles, Nick Lobnitz und das Paper Bicycle

Das Bild zeigt Prince Charles wie er sich von Nick Lobnitz das Paper Bicycle zeigen lässt. Anlass zu dieser Begegnung war das 25-Jährige Jubiläum des Prince's Trust. Diese Organisation wurde von Prince Charles ins Leben gerufen um nachhaltig Projekte junger Unternehmer zu fördern. Nick Lobnitz durfte sich dabei mit dem Paper Bicycle quasi als "Vorzeige-Objekt" präsentieren.

Dass sich der Prince of Wales für Velos interessiert ist in Grossbritannien kein Geheimnis. Hier ein Bild aus früheren Zeiten: 

Nun gilt zu hoffen, dass dem Paper Bicycle mit dem königlichen Segen eine goldige Zukunft bevorsteht. 

London wird velofreundlich, und wie!

geschrieben von phil | 5 Jul, 2009

In meiner Kindheit war ich oft in London. Da mein Vater von London ist, besuchten wir dort meine Grosseltern und andere Verwandte. Ich erinnere mich gut wie ich ganz alleine einen "Daily Travelpass" für 70 Pence gekauft und ganz London mit dem Bus erkundet habe. Als ich dann als Velomechaniker und später bei Trek arbeitete, schärfte sich auch mein Blick für die Londoner Veloszene. In meinem vollen Schrank mit Bike-Klamotten hängt auch noch ein Team-Tricot von Brixton Cycles, eine Kooperative die ich schlicht genial finde. Keith Bontrager hatte dazumals das coole Rasta-Design dieses Tricots für seine Teamkleider adaptiert. Obwohl London schon immer eine spannende Veloszene hatte, musste man schon sehr mutig sein um in London mit dem Velo unterwegs zu sein. Mit Ausnahme der Parks natürlich. Die Autofahrer und Busse regierten die Strassen, auf den Seiten parkierte Autos verengten die Durchfahrten und Platz für Velos war kaum vorhanden. 

Letzten Donnerstag und Freitag war ich mal wieder in London um mich mit Nick Lobnitz betreffend dem Paper Bicycle zu treffen und am Abend an eine spannende Eröffnung zu gehen. Mehr zu dieser Eröffnung dann in einem anderen Blog Beitrag. 

Es ist wirklich unglaublich wie sich London verändert hat. Die Regierung investiert grosse Summen in die Velo Infrastruktur und Bike to Work Programme. Geld für ein neues Velo kann sogar von den Steuern abgezogen werden und die Mehrwertsteuer fällt weg. Auch die City Tax für Autos und ein Misstrauen gegenüber der Tube seit den Attentaten bringen immer mehr Leute auf's Velo. Ob im Anzug mit Krawatte, Minirock, "Übergwändli" oder Velodress; die Strassen sind voller Pendler die den Autos die Strassen streitig machen. Und jedes fünfte Velo ist ein Faltvelo. Viele Pendler legen beachtliche Strecken durch ganz London zurück.

Singlespeed und Fixed Gear Bikes sind die Mode-Erscheinung des Sommers schlechthin. Farbige Felgen auch... 

Auch Firmen haben das Velo als Transportmittel entdeckt, "beeing Green" ist ein wertvolles Argument in der Krise

London Recumbents vermietet im schönen Dulwich Park etwas ausserhalb von London Spezialräder wie das Pino Tandem von Hase oder Liegevelos für Kinder. Leute aus ganz England reisen hierher um diese Spezialvelos testen zu können. Die Räumlichkeiten waren früher ein öffentliches WC.. 

Das Paper Bicycle dürfte in London gut ankommen. Nick Lobnitz wurde damit auch schon an eine exklusive Design-Messe eingeladen und hatte eine Audienz bei Prince Charles damit. ( ich hoffe immer noch auf Bilder davon... ! )

Über meinen Besuch beim Bike Doctor und der Cycling Academy ( wo auch Boris Johnson, der Bürgermeister von London war ) möche ich separat noch berichten. Ein sehr lesenswerter Blog zur Londoner Szene unterhält Andrea von Velorution, ein toller Laden in der Nähe der Oxford Street.