Erfahrungsbericht Sram i-Motion 9 Disc Nabenschaltung

geschrieben von phil | 28 Jan, 2008

Ich habe bereits im Dezember versprochen einen Erfahrungsbericht zum i-Motion 9 Disc Nabe zu schreiben. Nachdem ich die Nabe nun einige Male gefahren bin und ca. 200km zurückgelegt habe, hier also meine Eindrücke. Ich habe die Shimano Alfine Nabe zum Vergleich herangezogen, da diese zwei Naben in starkter Konkurrenz zueinander stehen:

Die i-Motion 9 schaltet zuverlässig und ist sehr schön abgestuft. Die Gänge rasten klar ein, mir ist die Nabe kein einziges Mal durchgerutscht. Sportlichere Fahrer werden die gleichmässigere Abstufung im Vergleich zur Alfine schätzen. Der Schaltvorgang selber ist bei der Alfine Nabe etwas "flutschiger" und geht geräuschloser über die Bühne. Vorallem unter Last schaltet die Alfine besser. Hier wirkt die i-Motion technischer, bietet aber mit 340% Übersetzung einen grösseren Übersetzungsbereich als die Alfine mit 307%. Eine kleine Geräuschentwicklung in gewissen Gängen stört mich selber nicht, kann aber wohl einige Fahrer irritieren. Für mich selber ist das der Soundtrack einer technisch einwandfreien Nabe. 

Der Drehgriff der i-Motion wirkt auf mich zwar zuverlässig, aber der allgemeine Eindruck ist mir etwas zu billig, hier hätte es sich meiner Meinung nach gelohnt einen etwas hochwertigeren Drehgriff zu bauen. Schön ist aber, dass man sehr schnell schalten kann, hier ist man mit den Rapidfire Schalthebeln der Alfine klar weniger schnell. 

Vom Wirkungsgrad her ist kein Unterschied spürbar, auch die Herstellerangaben sind hier wohl kaum unterschiedlich, beide Naben sind sehr effizient. Das Gewicht der i-Motion ist für eine sportliche Nabenschaltung meiner Meinung nach zu hoch, satte 2300Gramm ( Alfine: 1987g ). Preislich liegt die i-Motion 9 Disc Version ca. 20% über der Shimano Alfine Nabe. Dafür ist sie "made in good old Germany" was irgendwie auch schön ist. 

Optisch ist die Alfine schöner und edler gelungen. Form und Finish sind klare Stärken der Alfine. 

Ich persönlich finde die i-Motion eine tolle Nabe. Technisch gesehen perfekt, vom Design her etwas "altbacken" und vom Gewicht her eher schwer. Die 9 Gänge sind ein Gewinn und die Abstufung ist gelungen. 

Mein wegwärs pro Testvelo werde ich bestimmt nicht wieder auf Alfine umrüsten. Ich teste die Nabe weiter und werde hier wieder schreiben wenn ich neue Erfahrungen gesammelt habe. Bei den simpel.ch Velos werden wir das wegwärts sport ab April mit der i-Motion ausrüsten. Das wegwärts pro wird weiter mit der Alfine 2x8 ausgerüstet sein. Dank den zwei Kettenblättern reicht die Übersetzung gut und Design, Gewicht und auch Preis sind stimmig. 

Die i-Motion Disc Nabe im wegwärts pro

Warschau - Kampf gegen die Zeit

geschrieben von phil | 25 Jan, 2008

Die letzten drei Tage habe ich in Polen verbracht; zwei Tage in einer Provinzstadt und gestern Abend und heute Morgen in Warschau. Gestern Abend bin ich noch vom Hotel aus zum Nachtessen gegangen und habe wieder einen zusammengebastelten Singlespeed Flitzer entdeckt. Eine Ganzaufnahme des Velos ist mir mit dem Blitz meiner Handykamera nicht gelungen, dafür ist diese Aufnahme noch witzig geworden, wer genau hinschaut sieht links die ca. 80mm lange Achse rausstehen. : 

Singlespeed Recycling

Auch dieses Mal war dies eines der einzigen Velos die ich auf den Strassen von Warschau gesehen habe. 

Heute morgen habe ich mich um 08.30 Uhr beim Hauptbahnhof in den 175er Bus zum Flughafen gesetzt. Aus meiner Erfahrung von früheren Besuchen habe ich mit einer Fahrzeit von 25 Minuten gerechnet. Mein Flug war um 9.45 Uhr, mit dem Web-Checkin sollte das so gut reichen. 

Mühsam schlängelte sich der Bus durch den Morgenverkehr, Meter um Meter. Die ersten 10 Minuten hätte ich in der Hälfte der Zeit zu Fuss geschaft, oder noch schneller mit einem Velo.. Nervös blickte ich immer wieder auf meine Uhr. Hätte ich ein Taxi nehmen sollen? Nein, denn die standen auch nur. Eine Tramlinie oder Metro gibt es auch nicht, wer gewinnt das Rennen? 

Nach etwa der Hälfte der Strecke beginnt der Verkehr zu fliessen. Normalerweise wäre ich bereits lange am Flughafen. Ab hier haben wir dann noch eine Viertelstunde und ich erwische meine Flieger in "Final Call Manier". 

Am schnellsten wäre ich gewesen, wenn ich für die erste Strecke ein Faltvelo genommen hätte. Vermutlich hätte ich locker einen oder sogar zwei Busse eingeholt, welche im 10 Minuten Takt auf dieser Strecke fahren. Bei fliessendem Verkehr wäre dann wohl ein "fliegender / faltender Wechsel" in den Bus angesagt gewesen. Ich hätte damit bis zu 20 Minuten gespart, Bewegung gehabt und das gute Gefühl das System bezwungen zu haben. 

Ja gut, ich hätte auch früher aufstehen können.. aber das wäre unspektakulär und normal. Nächstes Mal packe ich ein Faltvelo ein. Warstau!

Stau in Warschau

"El baño del Papa" - neuer Kinofilm mit "Veloschmugglern"

geschrieben von phil | 21 Jan, 2008

Ich habe von trigon-film einen Brief erhalten mit der Bitte auf den Film "El baño del Papa" hinzuweisen. Nachdem ich mir den Filmbeschrieb genauer angeschaut habe mache ich das gerne!

El baño del Papa Filmplakat

Der Film handelt von Schmugglern, dem Papst und der Grenze zwischen Brasilien und Uruguay. Der Film wurde mehrfach ausgezeichnet und läuft ab dem 24. Januar in den Kinos. Velos spielen eine wichtige, wenn auch nicht die Hauptrolle: 

Die Ankündigung des Papstbesuchs bewegt die EinwohnerInnen von Melo ganz besonders: der Papst wird nämlich seine Uruguay-Tournee in ihrer kleinen Stadt beginnen. Mehr als 50‘000 Personen werden erwartet. Die Bescheidensten unter diesen EinwohnerInnen denken, dass dieser Besuch wunderbar sein wird: für ihre Seele und für ihr Portemonnaie. Alle haben nur noch eine Idee im Kopf: der Menge, die zusammen kommt, um den Papst zu empfangen, Sandwichs und Getränke zu verkaufen.

Beto, ein kleiner Schmuggler, der von seinen Touren mit dem Velo an die brasilianische Grenze und zurück, lebt, entscheidet sich altklug, vor seinem Haus ein Klo zu bauen, weil er davon ausgeht, dass der eine oder die andere der 50'000 auch mal muss. Mit dem eingenommenen Geld will er sich dann ein Motorrad kaufen, während seine Tochter davon träumt, in der Hauptstadt zu studieren. Schliesslich kommt der Papst. Eine wunderbare kleine Geschichte über Träume, die in einer globalisierten Welt von Medien gemacht und geschürt werden, über eine Realität, die mit dem, was uns die Medien von ihr zeigen, wenig bis nichts zu tun hat. Berührend, humorvoll und sanft in einem. Ein Film von César Charlone aus Uruguay. 

Wer den Film gesehen hat der soll doch im Kommentar Rückmeldung geben! 

Busch und Müller - nicht nur gute Beleuchtung sondern auch als Firma top!

geschrieben von phil | 15 Jan, 2008

Die Wahrscheinlichkeit, dass ich mich in über Lieferanten ärgere ist wohl zur Zeit grösser als die Wahrscheinlichkeit, dass mich ein Lieferant positiv überrascht. Die Velobranche erlebt einen Aufschwung, es werden Velos gebaut wie schon lange nicht mehr. Da läuft mancher Hersteller am Limit und der Service gegenüber Kunden leidet.

Darum war ich umso positiver überrascht, wie grosszügig und zuvorkommend meine Sonderwünsche bei der Firma Busch und Müller ( www.bumm.de ) behandelt worden sind.

Wir bauen für die Stadt Zürich Diensträder auf einem sehr hohen Standard. Diese Velos sind an über 50 Orten in der Stadt stationiert und werden sehr regelmässig von unzähligen Mitarbeitern der Stadt Zürich genutzt. Die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Velos ist dabei ein wichtiges Thema, natürlich auch das Licht. Für die neuste Serie von Dienstvelos war klar, wir wollen eine Lichtanlage mit LED vorne und hinten, Standlicht vorne und hinten, DIWA Bremslicht und das alles OHNE Schalter, vollautomatisch über Sensoren gesteuert.

In der Praxis sind die Vorteile klar: Das Licht schaltet sich immer automatisch ein wenns Dunkel wird und kann nicht abgestellt werden; es können keine Halogenbirnen kaputt gehen, das Verzögerungslicht und das Standlicht bringen nochmals Sicherheit. Eine sehr aufwändige Verkabelung garantiert für die kleinstmögliche Ausfallrate. 

Nun gibt es zwar ein Lichtset mit LED, Standlicht und Diwa, allerdings hat der Scheinwerfer vorne einen Schalter. Dieser muss gemäss Deutschem Recht auch vorhanden sein. 

Nach einmaliger Anfrage an Busch und Müller erhalten wir nun aber eine Spezialanfertigung, wo das Gehäuse so angepasst wird, dass der Schalter weggelassen werden kann. Für eine relativ kleine Stückzahl eine geniale Sonderleistung die nicht selbstverständlich ist. Dass ich die Muster dafür vom Chef persönlich an einem Meeting in die Hände gedrückt bekomme spricht für sich. Danke!

So sieht so ein Züri Dienstvelo aus:  

Dienstvelo Stadt Zürich

Der neue Scheinwerfer wird so aussehen:  

Velos von Gucci, Chanel und anderen Luxusmarken

geschrieben von phil | 12 Jan, 2008

Velos werden Salonfähig... Oder besser gesagt, die Modewelt erkennt wohl langsam, dass Velos Stil haben und sich in Zukunft einer grösseren Bedeutung erfreuen dürten. So posiert Robert Polet, der neue Chief Executive von Gucci für das Business Magazin "Fortune" leger auf einem Gucci Velo:

Gucci und Chanel Velos
( Bild von Fortune )

Viel Beachtung in der Modewelt hat das Chanel Velo bekommen. Coco Chanel soll ja selber oft auf dem Velo gesessen sein! Diverse Modeblogs berichten über das Stahlross das für ungefähr bescheidene 14'000.00 Franken ab diesem Frühling erhältlich sein wird. Der Rahmen soll handgefertigt sein, die Nabenschaltung sieht nicht nach Shimano sondern nach Sturmey Archer - made in Taiwan - aus. 

Gucci und Chanel Velos

Über Sinn und Unsinn solcher Velos kann man sich wohl streiten. Ich denke man könnte für einen Drittel des Geldes sehr exklusive, praktische und wunderschöne Alltagsräder für die High Society bauen. Schlussendlich zählt für mich aber am meisten, dass diese Velos Beachtung bekommen, egal in welchem Kleid und für welchen Preis! Dass hier Alltagsvelos vorgestellt werden und keine Sportgeräte die eh nicht wirklich eingesetzt würden ist umso besser! 

Mehr als ein simpler Velohändler - Artikel im Handel Heute

geschrieben von phil | 4 Jan, 2008

Vor einiger Zeit hat mich Reto Wüthrich, der Chefredaktor des Magazins "Handel Heute" in Maschwanden besucht um einen Artikel über die Simpel GmbH zu verfassen. Dass daraus gleich drei Seiten werden hätte ich nicht gedacht!

In der Ausgabe vom Dezember / Januar ist der Artikel "mehr als ein simpler Velohändler" dann erschienen. Für mich schon recht speziell zu lesen; vorallem da der Text für mich schon fast schmeichlerisch daher kommt und wirklich sehr positiv ist. Aber es tut gut mal zu lesen was man in letzer Zeit eigentlich so aufgebaut hat und für Leser meines Blogs beleuchtet es meinen Hintergrund von neutraler Seite und hilft vielleicht ein wenig dabei; manche meiner Artikel besser zu verstehen. Viel Spass bei der Lektüre: 

Der Artikel "mehr als ein simpler Velohändler" als .pdf Dokument